
Radolfzell-Stahringen – Mit zahlreichen Programmpunkten, wie die Feuer- und Tanzvorführung und Brunch mit Jazzmusik, ist die Ausstellung nicht nur für Sportflieger und Kunstkenner, sondern etwas für die ganze Familie.
In diesem Sinne beteiligen sich insgesamt 16 Künstler an der zweitägigen Ausstellung „Kunst zum Abheben“. Skulpturen, Sportflugzeuge, Malerei, Fotografie und sonstige Kunstobjekte fügen sich zu einem Ganzen.
Manche Werke sind speziell für diese Ausstellung gefertigt und andere sind schlicht aus dem Fundus der Künstler. Keiner weiß genau wie, aber es harmoniert.
Künstler Axel Reinhard Böhme ist Freitagabend als letzter in die Halle gekommen, die normalerweise als Unterstellung für die Flugzeuge dient, um seine Werke aufzuhängen: „Ich hatte nur noch eine kleine Ecke zur Verfügung, in der ich meine Exponate aufhängen konnte. Ich finde es faszinierend, dass doch alles so gut zusammen passt, ohne es vorher mit den anderen Künstlern abgesprochen zu haben.“
Nicht nur die Exponate harmonieren in Sachen Abheben, sondern auch die Künstler selbst, wie Künstlerin und Organisatorin Erika Lohner betont: „Es heißt immer, Künstler seien schwierig und Künstler untereinander noch schwieriger. Das kann ich nicht bestätigen. Die Zusammenarbeit mit den 16 Künstlern war und ist angenehm. Alle freuen sich, hier dabei zu sein.“
Als gemeinsames Projekt der Maler, zum Thema Fliegen beziehungsweise Flugzeug, sind acht Bilder im gleichen Format zu sehen. Manche sind abstrakt und andere bilden ein Flugzeug als konkretes Objekt ab. Die hier jüngste Künstlerin Silja Maria Wiedeking stellt zum ersten Mal ihre Werke aus und verbindet mit dem Thema Fliegen eine ganz bestimmte Erfahrung, welche sie in ihrem Gemälde „Golden Gate“ zum Ausdruck bringt: „Mein Bruder ist auch Hobbyflieger. Als ich ihn in Amerika besucht habe, sind wir über die Golden Gate Bridge geflogen. Als wir die Aufgabe bekamen, etwas zu dem Thema Fliegen zu malen, war für mich sofort klar, dass ich den Blick von oben durch das Gestänge der Golden Gate Bridge ausdrücken möchte.“ Malerin Christine Kostelezky hat nach ihrem Ermessen ein Abbild der Luft kreiert. „Aerosole“ stellt Partikel in Luft dar, insbesondere die Verschmutzung der Luft. Wolfgang Schmidberger hingegen verarbeitet in seinen Werken speziell für diese Ausstellung das Flugzeug als Objekt. Durch die besondere Beachtung der Lichtreflexe verleiht er seinen Bildern Transparenz und Tiefe.
Der erste Vorsitzende der Luftsportvereinigung Radolfzell, Hubert Lehr, freut sich über die Abwechslung an diesem Wochenende auf dem Flugplatz Stahringen, gibt allerdings auch zu verstehen, dass er mit Kunst bisher wenig Berührungspunkte hatte: „Ich freue mich, dass die Künstler unsere Flugzeughalle verschönert haben, oder für dieses Wochenende verändert haben. Ich als reiner Technokrat kann leider nicht beurteilen, ob das schön ist oder nicht. Die Hauptsache ist, dass sie ihre Werke auch wieder mit nach Hause nehmen."
(Pressetext 2009)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen